Tsunami

Experten auf Hawaii warnten vor Tsunami im Indischen Ozean

Experten auf Hawaii haben das Seebeben im Indischen Ozean früh bemerkt. Eine Warnung vor der drohenden Flutwelle konnte wegen des fehlenden Frühwarnsystems in Asien aber offenbar nicht rechtzeitig weitergeleitet werden.

Honolulu - Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum habe am Sonntagmorgen um 02.14 Uhr (MESZ) eine Warnung bezüglich eines Erdbebens vor der Küste Indonesiens herausgegeben, teilte die US-Behörde am Montag mit.

Unmittelbar nach der Entdeckung des Bebens mit Epizentrum vor Sumatra bzw. Indonesien hatte die Tsunami-Warnzentrale in Honolulu mit den australischen und amerikanischen Behörden Kontakt aufgenommen.

Allerdings sei es nicht möglich gewesen, mit den entsprechenden Stellen in den bedrohten asiatischen Ländern in Verbindung zu treten, sagte Charles McCreery, Leiter des Pacific Tsunami Warning Center auf Hawaii unmittelbar nach der Katastrophe. "Wir haben getan, was wir konnten, aber wir haben keine Kontakte in diesem Teil der Welt herstellen können", sagte McCreery entschuldigend. Der Grund: In den Anrainerstaaten des indischen Ozeans existiere ebend kein entsprechendes Kommunikations oder Frühwarnsystem.

Ein bewährtes Vorbild für ein solches Frühwarnsystem existiert Pazifik.

Nachdem bei einer Flutwelle auf Hawaii 122 Menschen ums Leben gekommen waren, richteten die USA 1949 auf Hawaii das "Richard H. Hagemeyer Pacific Tsunami Warning Center" (PTWC) ein.

Nach einem Beben vor Alaska 1964 und dem daraus resultierenden Tsunami mit 122 Toten, gründete die US-Regierung ein zweites multinationales Früherkennungssystem. Mittlerweile sind 26 Pazifik Anliegerstaaten angeschlossen. Alle pazifikweiten Tsunamis im Laufe der letzten 50 Jahre konnten rechtzeitig vorausgesagt werden. Dennoch gab es bei den Flutwellen immer wieder Tote, was aber meist daran lag dass Menschen die Warnungen nicht ernst genug nahmen.

Das System besteht aus einem Netz von Sensoren im gesammten Pazifik, die sämtliche seismische Aktivitäten messen. Zusätzlich werden Daten über Meeresbewegungen durch Bojen und über Satellit in die Überwachungszentralen geliefert. Computer berechnen Stärke und Ort der Bebens sowie die Richtung der Erd/Wasserbewegungen. Die Informationen laufen im Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) in der Nähe von Honolulu auf Hawaii zusammen.

Sind die Kriterien für das Entstehen eines gefählichen Tsunamis erfüllt – in der Regel ab Stärke 7 auf der Richterskala – wird eine Flutwellenwarnung ausgegeben. Sie enthält Daten über die erwartete Ankunftszeit des Tsunamis an bestimmten Küsten. Dabei wird die größtmögliche Geschwindigkeit zu Grunde gelegt, mit der sich eine mögliche Flutwelle fortbewegen kann. Zeigen Sensoren eine entsprechende Gefährdung an, werden die angeschlossenen Länder in der Pazifikregion alarmiert. Dann setzen Prozeduren zur Information der Öffentlichkeit und zur Evakuierung ein.


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03:59 Uhr - 06.02.2012